27.09.2011, 08:30 Uhr | Hans Verstegen

Senioren Union trifft sich am Bismarck-Turm
Kaffeenachmittag der Senioren Union – ein unpolitisches Treffen mit Tradition und Geschichte

Salzgitter-Bad. Die Senioren Union Salzgitter veranstaltet monatlich ein Treffen mit Vorträgen zu interessanten Themen aus Wirtschaft, Gesundheit, Wissenschaft und anderen Bereichen des täglichen Lebens.

Einmal im Jahr findet ein gemeinsames Treffen statt, bei dem der Gedankenaustausch und Gespräche im Vordergrund stehen. Diesmal traf man sich am 28. August zum gemeinsamen Kaffeetrinken unter dem Bismarck-Turm in Salzgitter-Bad.
Der Vorsitzende Friedhelm Gronow begrüßte über 50 Mitglieder zu der Veranstaltung. Er wies auf die bevorstehende Kommunalwahl hin und rief dazu auf, Freunde und Nachbarn auf die Bedeutung der Wahl hinzuweisen und zum Wählen zu ermuntern. Nur wer sich an der Wahl beteilige, dürfe hinterher auch Kritik üben. Eine hohe Wahlbeteiligung sorge auch dafür, daß die extremen Gruppierungen, die ihre Anhänger immer an die Urne brächten, geringere Stimmanteile erhielten. Das solle dann auch genug Politik für heute sein, schloß er.
 
Hans Verstegen erinnerte daran, daß das „Lied der Deutschen“ am 28. August 1841 – also vor genau 170 Jahren – von Heinrich August Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland vollendet wurde. In seinem Lied drückte er den Wunsch vieler Menschen zur Überwindung der Kleinstaaterei und zur Schaffung eines deutschen Staates aus. Außer vielen Volks- und Kinderliedern aus seiner Feder stammen auch zahlreiche Veröffentlichungen mit politischen Texten von ihm. Hoffmann von Fallersleben zog damit den Zorn der Herrschenden auf sich und wurde mit Berufsverboten belegt. Es dauerte bis 1922, als der Reichspräsident Friedrich Ebert sein „Lied der Deutschen“ zur Nationalhymne erklärte. Seit 1952 ist die dritte Strophe „Einigkeit und Recht und Freiheit“ die Nationalhymne Deutschlands. Das wurde zunächst in einem Briefwechsel zwischen Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Adenauer festgelegt und nach der Wiedervereinigung 1991 von Bundespräsident Friedrich von Weizäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl bestätigt.
 
Altoberbürgermeister Rudolf Rückert erinnerte bei der Veranstaltung an den Mauerbau und die Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen in Salzgitter. Sie war mit auf Vorschlag des Regierenden Bürgermeisters von Berlin entstanden, der als Vorbild die „Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg nannte. Die Dienststelle in Salzgitter war den SED-Machthabern immer ein Dorn im Auge. Sie versuchten auf allen Ebenen, eine Auflösung zu erreichen. Dazu gehörte auch die Initiierung der Städtepartnerschaft zwischen Gotha und Salzgitter, die eine Schließung der Erfassungsstelle mit sich ziehen sollte. Rückert berichtete, nach der Wiedervereinigung aus seiner umfangreichen Stasiakte erfahren zu haben, daß ein ehemaliger Mitschüler als IM auf ihn angesetzt war. Vermutlich sollten Druckmittel gefunden werden, um diese für eine Schließung nutzen zu können. „Leider“ funktionierte der Plan nicht, sein IM habe immer wieder an die Stasi-Zentrale melden müssen, daß es keine Ansatzpunkte für eine Erpressung gäbe.

Der Nachmittag klang mit persönlichen Gesprächen an den Tischen aus. Auch im nächsten Jahr soll wieder ein zwangloses Treffen stattfinden.

 

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